Kurze Biografie

Anna, 6 Jahre alt (hier schon das große Ziel Olympia auf dem Trikot)
Anna, 6 Jahre alt (hier schon das große Ziel Olympia auf dem Trikot)

Am 15. Februar 1973 wurde ich in dem 10.000-Einwohner-Ort Mzcheta in Georgien geboren, dem früheren kulturellen und politischen Zentrum im Osten von Georgien. Dort lebt meine Familie noch heute.

Mit sechs Jahren kam ich durch meine Tante zum Turnen und auf das Trampolin, meine Tante leitete als Direktorin eine Akrobatenschule in der Ukraine. Ich habe mit Kunstturnen angefangen. Mein Bruder, welcher Akrobatik machte, nahm mich mit zu seinem Training. Dort stand ein großes Trampolin.
Sofort wusste ich, dass das mein Sport sein würde.

 

Bis zur Unabhängigkeit Georgiens 1988 hatten wir gute Bedingungen. Es gab Geld für Lehrgänge und Unterstützung (Gutscheine für spezielle Lebensmittel) der Sowjet-Regierung. Danach wurden die Bedingungen schlechter. Es gab öfters kein Wasser oder keinen Strom. Aber der Wille und die Begeisterung für den Sport war gewachsen und die JEM in Salzgitter (Auslandsreisen) spornte mich an.
Vom Heimatort musste ich täglich 3 Stunden (Bus, Metro und Fußweg) zum Training rechnen. Später war ich dann im Sportinternat (2x am Tag Training) und genoss gute Förderung im Lernen und im Sport.

 

Meine neue Heimat kannte ich bis dahin nur aus Erzählungen. Über Deutschland hatte ich gehört, dass die Menschen dort streng sind, pünktlich und niemals lachen.

Der alten Heimat Georgien kehrte ich der Liebe wegen den Rücken und ließ meine gesamte Familie zurück, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. 1996 war es für mich ein Neuanfang. Den Prozess der Integration habe ich noch bestens in Erinnerung.

 

Neben dem Trampolinturnen absolvierte ich eine Lehre als Bürokauffrau.

Die neue Heimat Deutschland stellte sich dann doch anders heraus, als in den Erzählungen von früher. Dass ich nach Deutschland gegangen bin, bereue ich zu keiner Sekunde. Geholfen hat mir bei der Integration natürlich der Sport, das Trampolinturnen. Ich habe durch meinen Sport sehr schnell Anschluss in Deutschland bekommen, mehr noch, ich habe dadurch sogar Freunde gefunden. Sport im Verein schafft Anschluss an die Gesellschaft, egal ob man Leistungssport macht wie ich, oder Sport in der Freizeit.

Ich bin stolz darauf, für Deutschland geturnt zu haben, ich wollte dem Land mit meinen sportlichen Erfolgen etwas davon zurückgeben, was ich in der vergangenen Zeit hier erhalten hatte. Seit 15. Mai 1998 besitze ich den deutschen Pass.

 

Gerne war ich Integrationsbotschafterin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Diese Funktion war für mich ein interessantes Betätigungsfeld. Ich wollte die Migranten und Migrantinnen in Deutschland davon überzeugen, dass es gut ist, noch mehr als bisher die eigene Wohnung zu verlassen, Deutschland kennen zu lernen und das Leben hier zu verstehen. Deutschland ist meiner Meinung nach ein einwanderungsfreundliches Land. Für mich ist, neben dem Sport, die Sprache der Schlüssel zur Integration. Deshalb stehe ich verpflichtenden Sprachtests für Migranten und Migrantinnen positiv gegenüber.

 

Heute lebe ich zeitweise in Dausenau, einem kleinen Ort in der Nähe von Koblenz und überwiegend in der Schweiz. Dort trainiere ich für den Schweizer Verband die Nachwuchsturner.

 

 

 

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